Seit der Gründung von Facebook und Twitter hat “Big Social” schon einigen Schaden angerichtet. Wo fängt man da an? Hier machen wir uns die Mühe, Dir einen strukturierten und mit Quellen belegten Überblick zu geben.
Kurz und schmerzhaft #
Zentralisiertes Social Media, wie es unter anderem von Facebook und Twitter eingeführt wurde, hat die Art und Weise, wie wir das Internet nutzen, stark verändert. Wer bis dahin im Web publizierte, hatte eine eigene Website, nicht selten in Form eines Blogs. Für Communities gab es zahllose Foren, Newsgroups und Mailinglisten. Twitter, Facebook und andere haben mit ihren Angeboten viele dieser kleinen Plattformen ersetzt.
Ein entscheidender Treiber der Veränderung ist der Konkurrenzkampf zwischen den Plattformen um die Nutzer:innen. X-Nutzer:innen beispielsweise können nur mit anderen X-Nutzer:innen direkt Nachrichten austauschen bzw. diese erwähnen. Die Plattformen setzen auf den Netzwerkeffekt, der bedeutet, dass ein Angebot für die Nutzer:innen nützlicher wird, je mehr Menschen aus ihrem Umfeld dieses nutzen. Dieser Effekt führt zur Machtkonzentration und Monopolbildung.
Nutzer:innen werden dabei oft ohne echte Alternative dem Dienstbetreiber ausgeliefert. Das eigene Konto mit allen Kontakten zu einem anderen Anbieter umziehen, das ist nicht möglich.Deshalb fällt es vielen auch so schwer, einen Dienst vollständig zu verlassen, denn damit müssen sie befürchten, den Kontakt zu einigen Menschen und Communities ganz zu verlieren.
Mit der Zahl der Nutzer:innen steigt die Macht der Big Social Anbieter immer weiter. Auch eklatante Datenlecks, Verstöße gegen Gesetze, so genannte Dark Pattern zur Bindung von Nutzer:innen, Profilbildung und Microtargeting, das Ausnutzen von Suchtverhalten, und die Untätigkeit angesichts von politischer Einflussnahme, Hassrede, Desinformation und sogar Genozid haben nicht zu wesentlichen Verbesserungen geführt.
Allgemein bzw. verschiedene Plattformen #
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EU-Recht in Form des Digital Services Act (DSA) wird weitgehend ignoriert. (Quellen benötigt)
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Immer wieder sperren die großen Plattformen ohne Begründung Accounts und schneiden damit die Inhaber:innen von der Teilnahme an Social Media ab. (Quellen benötigt)
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Micro-Targeting (Quellen benötigt)
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Inahltsmoderation (Quellen benötigt)
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Politische Einflussnahme
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Kriegspropaganda:
- 30.8.2023: Application of the risk management framework to Russian disinformation campaigns. “During the first year of Russia’s illegal war in Ukraine, social media companies enabled the Kremlin to run a large-scale disinformation campaign targeting the European Union and its allies, reaching an aggregate audience of at least 165 million and generating at least 16 billion views. Preliminary analysis suggests that the reach and influence of Kremlin-backed accounts has grown further in the first half of 2023, driven in particular by the dismantling of Twitter’s safety standards.”
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16.04.2024: Werbearchive der großen Plattformen: Zu wenig Daten, kaum vergleichbar und schlecht zu bedienen. Wie setzen große Plattformen die neuen EU-Vorgaben für Transparenz bei Online-Werbung um? Schlecht, sagt eine Analyse der Mozilla Foundation. Die Plattformen würden Zivilgesellschaft, Journalismus und Forschung weiter Steine in den Weg legen.
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Gekaufte likes: https://netzpolitik.org/2022/nato-analyse-schwarzmarkt-fuer-gekaufte-likes-brummt/
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Klarnamen-Pflicht, gefährlich für verfolgte
Meta (Facebook, Instagram, Threads) #
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22.5.2023: 1,2 Milliarden Euro Strafe für Meta. “Die EU greift im Datenschutzstreit mit dem Facebook-Mutterkonzern Meta durch. Die für das Unternehmen zuständige irische Datenschutzkommission (Data Protection Commission, DPC) hat laut eigenen Angaben eine Rekordstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta verhängt - begründet mit einem Verstoß gegen die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Hintergrund ist der seit Jahren laufende Streit über die Übertragung von Daten von Facebook-Nutzern aus der EU auf US-Server.”
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4.1.2023: 390 Millionen Euro Strafe für Meta. “Der Facebook-Mutterkonzern Meta soll in Irland für Datenschutzverstöße 390 Millionen Euro Strafe zahlen. Meta habe Nutzer gezwungen, personalisierter Werbung zuzustimmen, teilte die irische Datenschutzbehörde DPC mit.”
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28.11.2022: 265 Millionen Euro Strafe für Meta. “Im April 2021 waren in einem Hacker-Forum die Namen und teilweise auch andere Daten wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen von bis zu 533 Millionen Nutzern aus mehr als 100 Ländern online verfügbar geworden.”
X (Twitter) #
TikTok #
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2.5.2025: 530 Millionen Euro Strafe wegen Datenschutz-Verstößen. “Die Internetplattform TikTok muss wegen Verstößen gegen den europäischen Datenschutz eine Strafe von 530 Millionen Euro zahlen. Die zuständige irische Datenschutzkommission DPC verhängt die Zahlung wegen der Weitergabe von Daten nach China.”
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15.9.2023: EU verhängt Millionenstrafe gegen TikTok . “Das Unternehmen müsse 345 Millionen Euro zahlen, erklärte die irische Datenschutzkommission DPC, die im Namen der EU handelt. […] Die DPC wirft dem bei Jugendlichen sehr beliebten Dienst TikTok vor, beim Umgang mit Daten Minderjähriger gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen zu haben. Speziell sei es dabei um einige Einstellungen der Plattform sowie die Altersüberprüfung bei der Anmeldung gegangen.”
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20.1.2023: Twitter-Richtlinie: Du sollst keine anderen Apps neben mir haben
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https://netzpolitik.org/2022/whistleblower-schwere-vorwuerfe-an-twitter/